Wie formuliere ich Texte – obwohl ich nicht schreiben kann?

Schreibangst
Bild: eigene Darstellung

Denkst du, du kannst nicht schreiben? Kennst du die Angst davor, einen Text formulieren zu müssen? Möchte jemand anderes, dass du etwas über dein Thema schreibst, um deine Kolleg*innen oder interessierte Personen zu informieren, und kannst du dich nicht davor drücken? Hast du die Sorge, das Geschriebene könnte den Ansprüchen (deinen, den deines Kollegen, deiner Chefin …) nicht genügen? Hast du das Bedürfnis, das, was du soeben verfasst hast, schnellstmöglich wieder zu löschen, weil es nicht gut (genug) ist? – Herzlich willkommen in diesem Onlinekurs. Hier bist du richtig!
(Falls du keine Angst vor dem Schreiben hast, aber gern Handwerkszeug bekommen möchtest, um Texte zu formulieren, dann bist du hier auch richtig.)

In diesem Kurs erhältst du eine Einführung ins Verfassen eigener Texte, beispielsweise für Lernmanagement-Systeme, für Seiten im Internet oder für eine Broschüre. Ob es sich um Beschreibungstexte oder Infotexte für ein digitales Lernangebot handelt, um Anleitungen, Ankündigungen oder Zusammenfassungen. – Es gibt ein paar Kniffe, mit denen es dir gelingt, selbst ansprechende Texte zu schreiben. Du schaust zunächst aber mal hinter deine eigenen Kulissen und auf die Emotionen, die dich so an dir und deinen Fähigkeiten zweifeln lässt. Denn genau diese Gefühle sind es, die dich denken lassen „Ich kann doch gar nicht schreiben!“

(Auf den Pfeil klicken, um die Lernziele anzuzeigen.)

Lernziele
  • Ich weiß, warum ich eigene Texte schreibe und dass ich das kann.
  • Ich kann eine Struktur für meine Texte erarbeiten.
  • Ich weiß, wie ich meine Textstruktur sinnvoll mit Inhalten fülle.
  • Ich kann meine Texte so gestalten, dass andere sie gern lesen und einen Mehrwert davon haben.
  • Ich habe meine Scheu davor verloren, eigene Texte zu schreiben und traue mich, sie anderen zu zeigen!

Die erste Hürde nehmen – die Angst anschauen

Der Titel dieses Online-Lernkurses ist natürlich sehr provokant formuliert. Aber – und das weißt du sicher, denn du gehörst vielleicht dazu – gibt es eine Menge Leute, die von sich selbst sagen, dass sie einfach nicht schreiben könnten. – Aber ist das wirklich wahr?

Meist steht hinter der Aussage „Ich kann nicht schreiben!“ der Gedanke, nicht so „schön“ oder „elegant“ formulieren zu können wie die Autorinnen und Autoren auf den Bestsellerlisten. Damit verbunden ist die Sorge vor schlechtem Feedback oder davor, dass überhaupt niemand deine Texte lesen mag. Es kann auch die Scheu vor der Anstrengung sein, einen langen Text zu schreiben. (Denn ja, Schreiben ist anstrengend und harte Arbeit!) Oder es ist die Angst vor dem weißen Blatt bzw. vor dem ersten Satz. Vielleicht handelt sich um ein diffuses, unangenehmes Gefühl beim Gedanken daran, das eigene Wissen zu Papier zu bringen. Vielleicht handelt es sich auch um lange zurückliegende, schlechte Erfahrungen mit kritischen Bewertungen im Deutschunterricht. – Was ist es bei dir? Finde es heraus indem du die ersten Aufgabe bearbeitest. – Falls du keine Schreibangst verspürst, dann springe gleich zu Texte über dein Thema schreiben.

Aufgabe 1: Was hält mich davon ab, zu schreiben?

StiftNimm dir ein Blatt Papier oder öffne ein leeres Textdokument. Stelle deinen (Smartphone-)Timer auf 5 Minuten ein und beginne sofort, ohne darüber groß nachzudenken, loszuschreiben und die folgende Frage zu beantworten: Was hält mich davon ab, zu schreiben?

Wichtig: Höre nicht auf zu tippen, setze nicht den Stift ab, bis die Zeit abgelaufen ist. Die ersten Sätze können noch Nonsenssätze oder inhaltsleer sein, z.B. „Ich muss jetzt hier was dazu schreiben, warum ich nicht schreiben möchte, aber ich weiß gar nicht genau, was …“

Du wirst nach den ersten Sätzen feststellen, dass es dir gelingt, deine Gefühle aufs Papier zu bringen und dich immer mehr dem Kern des Problems nähern. Wenn der Wecker klingelt, beendest du noch deinen Gedankengang, deinen Satz und stoppst dann.

Zu welchem Ergebnis bist du gekommen? Wohin haben dich deine Gedanken geführt? Lies noch einmal das, was du geschrieben hast. Bist du dem Kern deines Widerstandes auf die Spur gekommen?

Was es auch immer ist, das hinter deiner Schreibangst steckt, – jetzt weißt du mehr darüber. Und nur mit diesem Wissen ist es dir möglich, diese Hürde zu überwinden und die Phase der Prokrastination und des Aufschiebens hinter dir zu lassen.

Kennst du den Spruch „Da, wo die Angst ist, geht’s lang“? Ja genau, das ist jetzt deine Richtung. Die zweite Aufgabe führt dich genau dahin.

Aufgabe 2: Was ist das Schlimmste, was passieren könnte?

StiftDu kennst nun deine Angst. Jetzt gib ihr ein konkretes Gesicht, statt sie in diffusem Grau zu belassen. Nimm dir wieder ein Blatt Papier oder öffne ein leeres Textdokument. Stelle deinen (Smartphone-)Timer auf 5 Minuten ein und beginne wieder sofort, ohne darüber groß nachzudenken, zu schreiben: Was ist das Schlimmste, was passieren könnte, wenn du eigene Texte schreibst?

Bleib dabei unbedingt realistisch. Fantasien wie, dass das Internet explodiert, weil dein Text so mies ist, oder dass dein Team dich auslacht und mit dem Finger auf dich zeigt, weil es deine Texte lächerlich findet, gehören nicht dazu. Also, was ist das Schlimmste, was geschehen kann?

Wenn der Wecker klingelt, beendest du noch deinen Gedankengang, deinen Satz und hörst auf, zu schreiben.

Wie geht es dir mit deiner schlimmsten Vorstellung? Wie schrecklich wäre es, wenn sie tatsächlich wahr würde? Ein konkretes und realistisches Bild vor dem inneren Auge zu haben, hilft in der Regel, das Schreckgespenst kleiner werden zu lassen. – Denn ja, es wäre sicher nicht schön, wenn sich deine Zielgruppe angestrengt durch deinen Text quält, weil er schwer lesbar ist. Und auch die Vorstellung, dass du erst mal eine Stunde vor einem leeren Dokument sitzt, bevor du es schaffst, den ersten Sätze zu schreiben, der dir dann kurz darauf gar nicht mehr gefällt, ist kein Wunschtraum. Aber richtig schlimm ist es nicht, oder? Warum probierst du es dann nicht einfach aus, schreibst einen eigenen Text über dein Fachgebiet – und riskierst dabei, dass es schiefgeht? Denn das, was du als „schiefgehen“ empfindest, muss übrigens noch lange nicht bedeuten, dass andere das genau so wahrnehmen. Das Wichtigste ist, dich nicht von deinen negativen Emotionen überrollen zu lassen, sondern (so) gelassen (wie möglich) ans Schreiben zu gehen und es einfach zu machen.

Und falls deine Sorge mögliche Schreibfehler sind? Damit bist du nicht allein. Bitte jemanden, dem du vertraust (oder bezahle eine*n professionelle*n Korrektor*in), deinen Text zu Schluss zu korrigieren.

Schreibangst überwinden

Du kannst aktiv etwas dafür tun, damit deine schlimme Vision, dein Schreckensbild nicht eintritt.

Die gute Nachricht ist nämlich: Schreiben ist ein Handwerk. Du kannst es lernen! Wie Radfahren, Lampenaufhängen oder Brotbacken.

Angeborenes Talent ist nicht der Schlüssel, auch wenn es natürlich hilft, einem Text den letzten Schliff zu verleihen und ihn künstlerisch herausragend zu gestalten. Die Basis aber ist das Handwerk. Es gibt für das Schreiben nämlich klare Regeln genauso wie für die Teilnahme am Straßenverkehr. Ob du zu Fuß, auf dem Rad oder im Auto unterwegs bist: Du musst ein paar Regeln kennen, um unfallfrei ans Ziel zu kommen. Es reicht auch wirklich aus, zunächst ein paar dieser Regeln kennenzulernen und zu befolgen, um einen ordentlichen Text auf die Beine zu stellen. So gelingt es dir, anzufangen und dann in den Schreibfluss zu kommen, und so gelangst du an dein Ziel, andere Menschen zu erreichen, die deine Zeilen mit Gewinn lesen und deinem Thema näherkommen.

Texte über dein Thema schreiben

Denn dein Thema – darum geht es ja eigentlich. Es gibt zahlreiche Anlässe, etwas zu schreiben. Im beruflichen Kontext geht es oft darum, Texte zu einem Thema für das Internet zu formulieren: Neuigkeiten aus deiner Abteilung, eine Pressemitteilung, eine Anleitung, einen Artikel über dein Fachgebiet, ein Lernangebot für Studierende oder das Team, einen Infotext über Neuerungen u.v.m. Vielleicht kommen Vorgesetzte oder Kolleg*innen auf dich zu und bitten dich darum, etwas über dein Thema zu schreiben, weil du dich ja so gut auskennst.

Dein erster Impuls ist möglicherweise, eine abwehrende Haltung einzunehmen: „Ach, Kolleg*in Meier-Schreibeschön, kann das doch viel  besser.“ – „So gut kenne ich mich doch gar nicht aus.“ – „Ach, das könnte doch jede*r. So besonders ist mein Wissen doch gar nicht.“ usw.

Erkennst du dich da wieder und empfindest dich selbst gar nicht als geeignete Ansprechperson? – Falls ja, dann erwartet dich nun Aufgabe 3. Falls nicht: Wunderbar! Überspringe Aufgabe 3 und nutze die Zeit, dir stattdessen einen Kaffee, einen Tee oder ein Glas Wasser zu holen, und mache unterhalb der nächsten Überschrift weiter.

Aufgabe 3: Was ist eigentlich dein Thema?

Stift Bei welchem Thema kennst du dich so richtig gut aus? Weißt du das? – Wozu befragen dich andere denn? Was ist der Kern deiner täglichen Arbeit? Zu welchem Thema hast du viele Informationen und eine starke Meinung? Wofür brennst du vielleicht sogar?

Grübelnder Mann
Bild: openclipart.org/@djtarki

Schreibe all dies mal auf. Ich empfehle eine Mindmap dafür. Das geht so: Notiere einen zentralen (Ober-)Begriff, der mit deiner beruflichen Tätigkeit zu tun hat, in die Mitte eines großen Papiers oder nutze ein Onlinetool, mit dem du eine Mindmap erstellen kannst, z. B. Mindmeister. Und dann gestalte eine Mindmap, indem du Abzweigungen an diesen zentralen Begriff zeichnest, die du mit den Themen beschriftest, die mit ihm verbunden sind. Von diesen gehen wiederum kleine thematische Äste und Zweige ab, die immer spezifizierter werden. Schau mal hier:

Mindmap zum eigenen Thema

Welcher deiner Äste hat die meisten Zweige? Da liegt dein thematischer Schwerpunkt. Du siehst in dem Beispielbild ganz gut, wo und wie sich Spezialgebiete herauskristallisieren. Anhand der visuellen Darstellung ist es besonders einfach zu erkennen, welche Gebiete dir besonders nah sind. Und falls du es schon vorher wusstest, ist diese bildhafte Bestätigung vielleicht trotzdem ein ganz interessanter Überblick und eine gute Bestätigung. Möglicherweise entwickelst du dadurch sogar Ideen, welche Themen du gern verstärkt weiterverfolgen – und später auch Texte darüber schreiben – möchtest.

Deine große Aufgabe: einen Text schreiben

Jetzt geht es endlich ans Eingemachte! Schreibe einen Text über dein Thema.

Hast du aktuell einen Auftrag oder eine Anfrage für einen Text? Sehr gut. Dann verwende diese/n direkt hier in diesem Kurs.

Du hast keinen aktuellen Anlass? Das macht nichts! Stelle dir einfach selbst eine fiktive Aufgabe. Benutze deine Mindmap, um einen Schreibauftrag zu formulieren, oder ziehe eine Textanfrage heran, die du in der Vergangenheit hattest. Du kannst aber auch ein Thema wählen, bei dem du dich einfach gut auskennst und das du magst. Warum schreibst du nicht über dein Lieblingshobby?

Meerschweinchen
Bild: Freepik/Freepik

Schritt 1: Einen Anfang und eine Struktur finden

Nimm dir einen Zettel oder einen Block und einen Stift oder öffne ein neues Dokument in deinem Textverarbeitungsprogramm.

Formuliere den Auftrag für deinen Text in Form einer Frage und schreibe diese oben auf die Seite. – Dadurch fällt es dir gleich leichter, den Inhalt des Textes zu bestimmen: Er ist nämlich die Antwort auf die Frage.

Meine Frage lautet: Wie können Meerschweinchen bei uns Menschen ein gutes Leben haben?

Den Einstieg in den Schreibprozess bilden nicht das erste Wort und der erste Satz des Textes, sondern zunächst einmal in Stichwörtern das, was auf keinen Fall im Text fehlen darf. Das kannst du ebenfalls entweder direkt im Textverarbeitungsprogramm tun oder klassisch mit einem Stift auf Papier. Mit diesen Begriffen umreißt und planst du den Inhalt für den Text.

Meine Stichwörter: Obst/Gemüse – artgerechte Haltung – Futter – Lebensraum – Standort – Platz – Gemeinschaft – kein Kinderzimmer – Haltung im Garten – Schutz – Beschäftigung – Trockenfutter – Käfig – Baumaterial – Pferdeeinstreu – Hängematte – Wunsch, Meerschweinchen zu halten – Einzelhaltung – gut überlegen – Urlaubsplanung – Heu

Drei Meerschwinchen auf einer Wiese
Bild: Freepik/Freepik

Verteile deine Stichwörter zunächst auf die grobe Struktur des Textes: Einleitung – Hauptteil – Schluss:

  • Wie holst du mit der Einleitung die Personen ab, die lesen, was du schreibst? Dazu ist es hilfreich, die Zielgruppe zu kennen. Wenn diese nämlich das Gebiet bereits kennt, kannst du dieses Wissen als bekannt voraussetzen und die Einleitung knapper gestalten. Im Umkehrschluss benötigen andere eine kleine Hinführung zum Thema, die möglicherweise nicht zu komplex sein sollte.
  • In den Hauptteil kommt auch der Hauptteil der Antwort auf die Ausgangsfrage. Diese solltest du auch immer im Hinterkopf behalten, während du die Stichworte notierst, um den Fokus nicht zu verlieren.
  • Im Schluss platzierst du das Fazit und bringst die Antwort auf die Ausgangsfrage noch einmal auf den Punkt.
Die Verteilung meiner Stichwörter: 
Einleitung: Wunsch, Meerschweinchen zu halten – artgerechte Haltung – Einzelhaltung
Hauptteil: Standort – kein Kinderzimmer – Schutz – Lebensraum – Käfig – Platz – Baumaterial – Pferdeeinstreu – Futter – Trockenfutter – Heu – Gemüse/Obst-  Gemeinschaft –  Haltung im Garten – Beschäftigung – Hängematte
Schluss: Urlaubsplanung – gut überlegen

Jetzt geht es einen Schritt weiter und du gestaltet die Struktur für deinen Hauptteil: Aus den notierten Stichwörtern und Begriffen sortierst du kleine thematische Gruppen, die sich jeweils unter eine Zwischenüberschrift zusammenfassen lassen. Und diese Zwischenüberschriften formulierst du aus. Markiere sie fett oder wähle eine größere Schrift, um sie in deinem Dokument hervorzuheben.

Hilfreiche Faustregeln

  • Pro Absatz höchstens drei Sätze
  • Alle drei Absätze (oder früher) eine neue Zwischenüberschrift

Meine sortierten Stichwörter und meine Zwischenüberschriften:

Einleitung

Der richtige Platz für Meerschweinchen bei dir zuhause

Standort – kein Kinderzimmer – Schutz – Käfig
Ein Gehege bauen und gestalten
Lebensraum – Platz – Baumaterial – Pferdeeinstreu -Beschäftigung – Hängematte
Meerschweinchen gut ernähren
Futter – Trockenfutter – Heu – Gemüse/Obst
Haltung von Meerschweinchen draußen
Gemeinschaft –  Haltung im Garten

Schluss

Herzlichen Glückwunsch: Jetzt steht das Grundgerüst für deinen Text!

Falls du eine Vorgabe zur Länge des Textes hast, kannst du anhand der Zwischenüberschriften und der Stichwörter nun abschätzen, ob es grob hinkommt. Falls notwendig, kannst du Absätze bzw. Zwischenüberschriften zusammenfassen oder aus einem Absatz zwei machen.

Person ordnet ihre Textstruktur
Bild: pixy.org/Magaret Lammers

Schritt 2: Inhalte in die Struktur gießen

Im nächsten Schritt gießt du die Inhalte in deine Struktur. Die Stichwörter, die du bereits gesammelt hast, helfen dir dabei. Sie sind die Basis für deinen Text, das Gerüst, das alles aufrecht hält.

Tipps für gute Formulierungen:

  • Verwende unterschiedliche Satzstrukturen, z.B. Hauptsatz, Hauptsatz mit Nebensatz, Hauptsatz mit zwei Nebensätzen usw. und unterschiedliche Satzanfänge.
  • Sei kreativ und benutze nicht immer dieselben Adverbien, z.B. dann, danach, anschießend, außerdem, folgendermaßen, gern, kaum, sehr, vielleicht. Abwechslung macht deinen Text lebendig.
  • Vermeide Passivkonstruktionen,  z.B. Außerdem werden zwei Positionen vorgestellt.Ich stelle zwei Positionen vor.
  • Substantivierungen machen deinen Text sperrig und weniger gut lesbar, z.B. Das Eingeben von langen URLs beim Aufrufen einer Webseite entfällt. – Lange URLs müssen nicht manuell eingegeben werden, um eine Webseite aufzurufen.
  • Fasse dich kurz und zugleich ausreichend lang.

 

Das ist mein Text:

Wie können Meerschweinchen bei uns Menschen ein gutes Leben haben?

Findest du Meerschweinchen niedlich und möchtest ihnen ein Zuhause zu geben? In diesem Artikel bekommst du einige hilfreiche Informationen darüber, wie du Meerschweinchen artgerecht halten kannst. Das hilft dir dabei, dich gut auf die neuen Familienmitglieder vorzubereiten – oder vielleicht auch, deine Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Bei Meerschweinchen handelt es sich um sehr gesellige Rudeltiere, die ein reges Sozialleben pflegen. Die Einzelhaltung der Tiere ist nicht artgerecht – und auch langweilig. Erst in der Interaktion mit ihren Artgenossen sind Meerschweinchen sehr interessant zu beobachten. Du solltest sie bestenfalls zu dritt halten: zwei Weibchen und ein kastriertes Männchen.

Der richtige Platz für Meerschweinchen bei dir zuhause

Wenn ihr euch dafür entschieden habt, Meerschweinchen bei euch einziehen zu lassen – es sollten immer alle Familienmitglieder einverstanden sein! – geht es zunächst um die Wahl des passenden Standortes für ihre „Wohnung“. Das Kinderzimmer ist nicht geeignet. Meerschweinchen sind nämlich keine Tiere für (kleine) Kinder. Es ist deine Aufgabe, sie zu schützen: Sie mögen keine lauten Geräusche, sind sehr schreckhaft und wollen keinesfalls zum Kuscheln aus dem Gehege genommen werden.

Und da sind wir auch schon beim nächsten Punkt: Die handelsüblichen Käfige sind für die Haltung von Meerschweinchen viel zu klein. Meerschweinchen brauchen Platz. Pro Tier solltest du mindestens 0,5 qm Platz im Gehege rechnen und bestenfalls noch geschützten Platz für den Auslauf bieten. Im Kinderzimmer gibt es zumeist ohnehin nicht ausreichend Platz für ein passendes Gehege.

Ein Gehege bauen und gestalten
Am einfachsten ist es meist, ein Gehege als Lebensraum für die Meerscheinchen selbst zu bauen, sobald du den Standort festgelegt hast und die genauen Maße kennst, die zur Verfügung stehen. Falls in eurem Haushalt weder (sehr kleine) Kinder, noch Hunde oder Katzen leben, ist die einfachste Variante, ein Bodengehege zu bauen: Dafür benötigst du ggf. eine Bodenplatte aus Holz, auf jeden Fall eine Bodenfläche aus PVC (oder Teichfolie) sowie Bretter, um das Gehege mit einem Rahmen einzufassen. Diese sollten ca. 20 cm hoch sein. Die Bretter kannst du mithilfe eines Akkuschraubers und ein paar Winkeln leicht zusammenschrauben. Achte darauf, das PVC oder Teichfolie nicht angeknabbert werden können.

Aus alten Kleiderschränken, Brettern, (Schreib-)Tischen, U-Profilen und Acrylscheiben kannst du auch Gehege selbst bauen. Im Internet findest du zahlreiche schöne Beispiele. Verwende ggf. verzinkten Draht für Deckel oder Türen, um die Meerschwinchen vor Tieren im Haushalt oder kleinen Kinderhänden zu schützen. Einige Tischler/Schreiner haben sich auch auf den Bau entsprechender Gehege spezialisiert, falls du lieber etwas kaufen möchtest.

Ins Gehege gehören noch ausreichend Verstecke wie Tunnel und Häuser. Gemütlich haben Meerschweinchen es auch gern. Sie lieben Kuschelbetten oder Hängematten.

Da du für die Größe eines Geheges meist eine Menge Einstreu benötigst, ist es empfehlenswert, nicht in den Zoofachhandel, sondern in den Landhandel zu gehen oder im Internet entsprechendes Streu für Pferdeboxen zu bestellen. Das ist deutlich günstiger. Dort bekommst du auch Heu.

Meerschweinchen gut ernähren
Die Grundnahrung von Meerschweinchen ist Heu. Du bekommst kostengünstig einzelne Ballen beim Bauern, im Pferdestall oder im Landhandel. Heu sollte immer zur Verfügung stehen. Hinzu kommen noch Obst und Gemüse und im Sommer ggf. Grünfutter in Form von Gras, Löwenzahn und Co. Getreidefreies Trockenfutter kannst du ergänzend füttern. Es ist aber nicht unbedingt notwenig.

Leckerchen, die unter Umständen noch Zucker o.Ä. beinhalten, sollten Meerschweinchen hingegen niemals bekommen. Getreide ebenfalls nicht. Kräuter werden allerdings gern gefressen und sind gesund.

Haltung von Meerschweinchen im Garten
Falls du einen großen Garten hast, kannst du Meerschweinchen auch ganzjährig draußen halten. Wichtig ist dafür eine ausreichend große Gruppe und vor allem ein Gehege, das nicht nur groß genug, sondern auch vor Wettereinflüssen und Fressfeinden sehr gut geschützt ist. Nicht nur nach oben sollte es abgesichert sein. Von unten sollte es ebenfalls ausreichend Schutz geben (Gitter unter der Erde), damit sich kein Fressfeind durchbuddeln kann.

Im Sommer brauchen die Meerschweinchen Schattenspender, in den übrigen Jahreszeiten solltest du sicherstellen, dass sie windgeschützte, isolierte Rückzugsmöglichkeiten haben.

Fazit
Es ist gar nicht so kompliziert, Meerschweinchen artgerecht zu halten: Gute Gesellschaft, gesunde Ernährung und ein artgerechtes Gehege reichen aus. Wenn du dies beachtest, steht einer glücklichen Meerschweinchenbande bei dir zuhause nichts im Wege!

Und zum Schluss noch ein Tipp: Es ist empfehlenswert, sich schon vor der Anschaffung von Meerschwinchen zu überlegen, wer sie versorgen kann, wenn du selbst erkrankt oder im Urlaub bist. Falls sich niemand in deinem Freundeskreis oder in der Nachbarschaft findet, gibt es auch Tiersitter, die zu dir nach Hause kommen.

Schritt 3: Der Feinschliff – prüfe deinen Text

Nun folgt die wichtigste Aufgabe des ganzen Prozesses. Hier ist es ratsam, auf keinen Fall die Abkürzung zu wählen und schon den Stift fallen zu lassen.

Aufgabe 4: Prüfe mithilfe der Checkliste und höre dir selbst zu!

Schaffe dir eine ruhige UmgebStiftung und lies dir deinen Text selbst laut vor. So findest du am schnellsten heraus, wo der Rhythmus noch nicht stimmt, wo du Schreibfehler gemacht hast oder wo eine inhaltliche Ergänzung sinnvoll ist. Überprüfe die Qualität deines Textes auch mit der Checkliste Kriterien für einen guten Text. – Musst du noch nachbessern?
Verbessere den Text sofort. Nach einem Durchgang mit Korrekturen liest du deinen Text noch einmal. Wahrscheinlich hakt es auch dieses Mal wieder an der ein oder anderen Stelle. Kein Problem: Korrigiere! Mache so viele Runden, bist dein Text für dich rund klingt.

Ich empfehle dir, deinen eigenen Text ein paar Tage liegen zu lassen, um inneren Abstand zu gewinnen. Anschließend liest du ihn dann noch einmal in Ruhe, um ihn zu korrigieren und zu verbessern. Falls es die Möglichkeit gibt, lass auch eine andere Person – bestenfalls eine, deren Wissensstand dem der Zielgruppe entspricht und der du vertraust – den Text gegenlesen, um Feedback einzuholen. Gib dieser Person gern auch die Checkliste an die Hand. Es ist dann deine Entscheidung, was du von dieser Rückmeldung berücksichtigst bei deiner Überarbeitung.


Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft, einen eigenen Text zu konzipieren, zu strukturieren und auszuformulieren sowie zu überarbeiten!

Zusammenfassung

Schreibangst entsteht im Kopf. Dahinter können verschiedene Gründe stecken. Denen bist du in diesem Kurs auf die Spur gekommen und hast in dich hineingefühlt. Du hast dich zudem mit dem Gedanken auseinandergesetzt, was das Schlimmste ist, was passieren könnte, wenn du einen eigenen Text schreibst und hast dir dies ausfühlich ausgemalt. Anschließend hast du dir dein Thema mithilfe einer Mindmap (noch einmal) genauer angeschaut.

Anschließend hast du deinen eigenen Text geschrieben. Über Stichwörter und Zwischenüberschriften hast du dich einer Struktur, deinem Grundgerüst, angenähert. Dafür hast du wichtige Faustregeln an die Hand bekommen. Dieses Grundgerüst hast du mit ausformulierten Sätzen gefüllt. Da hier häufig noch einmal Stolperfallen lauern können, haben dir auch dabei ein paar Regeln geholfen. Abschließend hast du den Feinschliff an deinem Text vorgenommen, ihn dir selbst laut vorgelesen und ihn vielleicht noch jemandem gegeben, der ihn Korrektur gelesen hat. – Und ganz nebenbei weißt du jetzt auch, welche Grundregeln du beachten solltest, falls du dir Meerscheinchen anschaffen möchtest.

Meerschweinchen im Gras
Bild: pixy.org/Amparo Ryburn

Wenn du jetzt neugierig geworden bist und Lust bekommen hast, deine Texte noch besser machen, interessiert dich vielleicht unser Online-Lernkurs Gendern – warum? Und wie geht das?