Was ist und kann ein Lernmanagement-System?

LMS
Bild: Kurselmente eines LMS, eigene Darstellung unter Verwendung von „Notebook Icon“, „Pencil Icon“, „Cloud Upload Icon“, „Graduate Cap Icon“ by Delapouite und „Talk Icon“ by Skoll, CC BY 3.0, games-icons.net

E-Learning gewinnt immer mehr an Bedeutung – für Schulen, Hochschulen, öffentliche Einrichtungen, Unternehmen und Vereine. Die Corona-Krise hat zu einem Digitalisierungsschub und veränderten Arbeitsbedingungen wie mehr Homeoffice beigetragen. In diesem Kontext wird zukünftig auch der Einsatz von Lernmanagement-Systemen (LMS) immer wichtiger werden. Vielleicht betreibt auch dein Unternehmen oder deine Institution ein LMS und du sollst damit arbeiten bzw. tust es schon und wüsstest gern, welche Funktionen es hat und wie du sie bestmöglich nutzen kannst. – Was ein LMS genau ist und wozu es sich eignet, erfährst du in diesem Basiskurs. Dein Wissen kannst du abschließend in einem kleinen Test überprüfen.

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Lernziele
  • Ich kann erklären, was ein LMS ist.
  • Ich kenne die zentralen Funktionalitäten eines LMS.
  • Ich kenne die drei grundlegenden Eigenschaften eines LMS.
  • Ich kann Beispiele für LMS nennen.
  • Ich kann typische Kurselemente eines LMS aufzählen.
  • Ich weiß, welche Funktionen mein LMS hat.

Was ist ein Lernmanagement-System?

Ein Lernmanagement-System (kurz: LMS) – manchmal auch Learning Content Management System (LCMS) genannt – ist eine Software zur Bereitstellung von Lerninhalten und zur Organisation von Lernvorgängen. Lernmanagement-Systeme werden auch als Lernplattformen bezeichnet.

Lernmanagement-Systeme umfassen Funktionalitäten …

Lern-Management-System
Bild: eigene Darstellung
  • zur Lernumgebung (Bereitstellung und Verwaltung von Lernmaterialien und Kommunikationstools sowie der Dokumentation des Lernfortschritts und Lernerfolgs).
  • zur Benutzungs- und Kursverwaltung (Management).
  • für den allgemeinen Betrieb der Software, wie beispielsweise die Verwaltung und Anpassung von Designvorlagen sowie generelle Einstelloptionen (System-Administration).

Eigenschaften

Lernmanagement-Systeme verfügen über drei grundlegende Eigenschaften:

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1. LMS sind modular aufgebaut.

Lernmanagement-Systeme besitzen bestimmte Grundfunktionen, die durch spezielle Erweiterungen (Plugins) ergänzt werden können. Je nach Institution gibt es unterschiedliche Anforderungen an den Funktionsumfang. Deshalb sehen nicht alle Systeme gleich aus, sondern unterscheiden sich in ihren (technischen) Möglichkeiten.

2. LMS verfügen über ein Rollen-Rechte-System.

Ein Rollen-Rechte-System sorgt dafür, dass bestimmte Rollen (z. B. Administrator*in, Kursleiter*in, Teilnehmer*in) unterschiedliche Rechte im LMS haben. So verwalten Administrator*innen die Benutzenden systemweit und organisieren die Kurse in Kursbereichen. Sie konfigurieren und warten das LMS und sorgen dafür, dass es reibungslos funktioniert.
Benutzende Personen können unterschiedliche Rollen und Rechte haben. So unterscheidet man in LMS zwischen Kursleiter*in und Teilnehmer*in. Kursleitungen verwalten die Teilnehmenden in ihren Kursen und stellen ihnen Lernmedien, Kommunikationstools und Lernfortschrittsanzeigen in ihren Kursen zur Verfügung. Die Rollen können auch andere Namen tragen. Handelt es sich beispielsweise um eine Hochschule, so könnten die Bezeichnungen Dozent*in und Student*in lauten. Je nach Institution können weitere Rollen mit speziell definierten Rechten eingerichtet werden (z. B. Gäste oder Lehr- und Korrekturassistent*innen).

3. LMS trennen Inhalt und Gestaltung (Design) voneinander.

Die Inhalte werden durch Kursleiter*innen organisiert, während das optische Erscheinungsbild (Layout) zentral durch Administrator*innen verwaltet wird. Das Layout folgt in der Regel dem Corporate Design des Unternehmens bzw. der Institution. Diese Eigenschaft ist der Grund dafür, dass zwei LMS trotz gleicher Software sehr unterschiedlich aussehen können.

Welche Arten von LMS gibt es?

Praktisch alle Lernmanagement-Systeme sind webbasiert, d. h. zur Nutzung werden lediglich eine Internet-Verbindung und ein Browser benötigt. Für einige LMS gibt es zusätzlich eine App für mobile Geräte. Es gibt proprietäre, kostenpflichtige und freie, kostenlose als Open Source angebotene Lernmanagement-Systeme.

Proprietär bedeutet, dass die Software von einem Unternehmen entwickelt wurde, dessen Eigentum der Quellcode ist.
Open-Source-Software ist unter einer Lizenz veröffentlicht, in der Urheberrechtsinhaber*innen den Benutzenden das Recht einräumen, die Software und ihren Quellcode kostenfrei zu verwenden und auch zu ändern.

Insbesondere öffentliche Einrichtungen, Schulen, Hochschulen, andere Bildungseinrichtungen aber auch Unternehmen nutzen häufig Open Source-Software.

Tipp: Unter der folgenden Darstellung unten rechts neben dem Drucker-Symbol auf den Doppelpfeil klicken, um die Inhalte im Vollbild zu betrachten.

Was kann bzw. wozu eignet sich ein Lernmanagement-System?

Login
Bild: PxHere / rawpixel.com, CC0

Ein LMS dient dazu, Lernenden Kursinhalte und organisatorische Informationen möglichst übersichtlich darzubieten. Da die Kursinhalte oft nur für einen bestimmten Personenkreis (Schüler*innen, Studierende, Mitarbeitende oder Teilnehmende, die für den Kurs Geld bezahlt haben) zugänglich sein sollen, verfügen alle LMS über eine Anmeldefunktion. Erst nach Registrierung bzw. Login kann auf die Kursmaterialien zugegriffen werden.

Die Lernumgebung ist also personalisiert und ermöglicht somit auch die individuelle Bewertung von Aufgaben und Tests. Weiterhin verfügen LMS meistens über eine Kalender-Funktion und ein individualisiertes Dashboard. Das Dashboard ist die Startseite, auf die Nutzenden nach dem Login weitergeleitet werden. Hier findet sich auch die Übersicht über die jeweiligen Kurse.

Welche Kurselemente gibt es?

In der Regel gibt es zu jedem Kurs eine Kursseite mit Unterseiten, die es ermöglichen, die Themen bzw. Lektionen eines Kurses darzustellen. Jedes LMS bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Dateitypen (docx, pptx, pdf etc.) hochzuladen und so Präsentationen, Skripte und andere Dokumente zum Download anzubieten. Zudem können Links auf externe Websites eingebunden werden. Einige LMS verfügen über spezielle Tools, mit denen Lerneinheiten direkt im System erstellt werden können.

Lernmaterialien
Bild: openclipart.org / sieq, CC0

Die meisten LMS verfügen über Schnittstellen, welche die Integration von extern erstellten Lerneinheiten ermöglichen. Viele LMS bieten interaktive Anwendungen (Quizze und Tests) und verschiedene Kollaborationswerkzeuge (Wikis, Glossare, Whiteboards etc.), welche die Zusammenarbeit unterstützen.

Des Weiteren bieten LMS Kommunikationswerkzeuge, die einen Austausch der Kursteilnehmenden untereinander und zwischen Lehrenden und Lernenden ermöglichen. Dieser kann beispielsweise über ein in das LMS integriertes Forum erfolgen. In der Regel besteht auch die Möglichkeit, E-Mails über das LMS zu versenden. Einige LMS verfügen sogar über eine Integration von Videokonferenz-Systemen wie Zoom oder BigBlueButton.

Kopfhörer  Hör dir den Audio-Kommentar (00:57) von Martina Rüter zur Nutzung von Lernmanagement-Systemen an. Hier erfährst du, wie du deinen Kurs mit den verschiedenen Kurselementen möglichst abwechslungsreich und multimedial gestalten kannst. Alternativ kannst du dir auch die Transkiption des Audiotracks durchlesen.

Transkript

Kurselemente eines Lernmanagement-Systems
Häufig werden Lernmanagement-Systeme lediglich zur Bereitstellung von Lernmaterialien – in der Regel sind dies PDF-Dateien von PowerPoint-Präsentationen – verwendet. Das ist sehr schade, denn eine Liste von PDF-Dateien ist unübersichtlich und wenig motivierend für die Lernenden.
Ziel ist es, eine Kursseite in einem Lernmanagement-System ansprechend zu gestalten. So können neben der Bereitstellung von Lernmaterialien, wie Dateien, Links und Lerneinheiten, interaktive Elemente (auch Aktivitäten oder Objekte genannt), wie Foren, Wikis, Glossare, Tests und Übungen in einen Kurs integriert werden. Hierdurch können beispielsweise reine Selbstlernkurse interaktiv gestaltet oder eine Präsenzveranstaltung ergänzt werden.

Zusammenfassung

Lernmanagement-Systeme haben viele Gemeinsamkeiten: Sie bieten in der Regel ein Set an Grundfunktionen, die das Lehren und Lernen unterstützen. Insbesondere durch den modularen Aufbau verfügen verschiedene LMS über unterschiedliche Funktionalitäten. Selbst LMS einer Sorte – wie zwei Moodle-Systeme – können im Detail sehr unterschiedliche Möglichkeiten bieten. Durch die Trennung von Inhalt und Gestaltung (Design) können zwei Moodle-Systeme ebenfalls sehr verschieden aussehen. So können Bedienelemente an unterschidlichen Stellen auftauchen und komplett anders aussehen.

Idee
Bild: PxHere / Mohamed Hassan, CC0

Deshalb ist es wichtig, zunächst die Möglichkeiten bzw. den Funktionsumfang des eigenen LMS kennenzulernen. Erst dann, wenn klar ist, was (technisch) möglich ist, kann sich die eigene Kreativität bei der Kursgestaltung frei entfalten.

Fazit: Kreativität kommt erst, wenn du die technischen Möglichkeiten kennst.

Aufgabe

Schau in dein LMS: Welche Möglichkeiten gibt es? Welche Aktivitäten / Lernobjekte / Plugins / Tools stehen zur Gestaltung eines Kurses zur Verfügung?
Wenn du dich in deinem LMS noch nicht so gut auskennst und nicht weißt, wo du suchen sollst, dann frag deine*n IT-Verantwortliche*n bzw. den/die Administrator*in des LMS oder schau in der zugehörigen (Online-)Dokumentation nach.

Lade die MS Word- oder PDF-Vorlage „Elemente meines LMS“ herunter und mache entsprechende Notizen zu den einzelnen Funktionen, die du in deinem LMS zur Verfügung hast.

Abschlusstest

Mit dem Abschlusstest kannst du dein neu erworbenes Wissen checken.

Jetzt bist du am Ende dieses Online-Lernkurses angekommen. Wie hat er dir gefallen? Möchtest du mehr erfahren? Vielleicht sind die Online-Lernkurse „Wie plane ich ein Lernangebot“ oder „“ auch etwas für dich.