Leichte Sprache – einfache Sprache. Wo liegt der Unterschied?

Leichte Sprache und einfache Sprache kann man leicht verwechseln, wenn man nicht genau weiß, was sich dahinter verbirgt und nur die Begriffe hört. Dabei handelt es sich um verschiedene Arten zu formulieren:

Roboter mit Sprechblase
Bild: Unsplash / suanmoo

Leichte Sprache ist barrierefrei und inklusiv. Sie ist ein wichtiger Teil des Konzepts „Barrierefreiheit“. Aber es ist kein geschützter Begriff. Sie ermöglicht vor allem Menschen mit geistigen Behinderungen im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention Teilhabe an Gesellschaft und Politik. Sie hilft ihnen, Texte zu erfassen und zu verstehen. Damit das gelingt, gibt es bestimmte Regeln in Bezug auf Grammatik, Satzbau und Struktur der Texte für Leichte Sprache:

  • Die Sätze sind sehr kurz und haben nur in Ausnahmfällen Nebensätze.
  • Jeder Satz beginnt in einer neuen Zeile. Zusammengesetzte Wörter (z. B. Apfelbaum) werden mit Bindestrich dargestellt (z. B. Apfel-baum).
  • Schwierige Wörter werden im Text erklärt.
  • Es wird kein Genitiv verwendet (z. B. „Tür vom Büro“, statt „Tür des Büros“)
  • usw.

Bei Einfacher Sprache handelt es sich um einfache Formulierungen in der deutschen Sprache. Sie ist im Vergleich zur Leichten Sprache komplexer. Es wird ein größerer Wortschatz vorausgesetzt, aber Fremd- und Fachwörter kommen möglichst nicht vor. Es gibt auch Nebensätze, also komplexere Satzstrukturen. Die Absätze umfassen jeweils mehr Sätze. Einfache Sprache ist hilfreich für Personen, die eine Lese-Rechtschreibschwäche haben, für ältere Menschen, für Hörbehinderte mit geringer Lautsprachkompetenz, für Personen mit geringen Deutschkenntnisse oder mit Verletzungen im Gehirn.